Microsofts Surface Pro 3: Ein Trauerspiel (zumindest für mich)

Nachdem ich mit meinem Sony Vaio Duo 11 nicht mehr so zufrieden (zu wenig Leistung mit i5 und 4GB RAM) war habe ich mich nach Alternativen umgeschaut und eigentlich fiel die Entscheidung sehr schnell auf das Surface Pro 3. Es klang für mich nach dem perfekten Device zum Entwickeln und für meine Mitschriften in der Uni.

Meine Entscheidung fiel dann auf die i7 Variante mit 8GB RAM und 256GB SSD. Bereits im voraus war mir bekannt, dass HyperV (Microsofts Virtualisierungssoftware) nicht gut mit dem Connected Standby des SP3 (Zuklappen der Tastatur sorgt für Standby) zurecht kommt, aber das schreckte mich nicht besonders ab, darauf kann man halt auch verzichten.

Als das Device dann eintraf war ich jedoch ziemlich enttäuscht, denn bereits das Schauen eines YouTube Videos in 1080p mit Google Chrome bringt das SP3 dazu den Lüfter auf Touren zu bringen, sodass man es deutlich hören kann. Sobald man gar ein Video mit 60fps auf YouTube schauen will, wird das Surface so laut, dass man das Video in voller Lautstärke hören muss. Dabei wird das Surface zudem auch richtig heiß, so heiß, dass ich es kaum noch in den Händen halten möchte.
Klar, Chrome ist ein Browser der sehr CPU-lastig ist, dennoch sollte der Lüfter nicht bei 40% CPU Auslastung schon deutlich hörbar sein und bei 70% Auslastung unüberhörbar.
Zudem ist Chrome für Entwickler wie mich ein Muss und der Internet Explorer, auch wenn er sich bessert, noch keine Alternative.

Dazu kommt, dass bereits die Windows Such Indizierung, die immer wieder im Hintergrund die Dateien für die Suche indiziert gerne schon mal 30% CPU Auslastung einnimmt, da reicht dann schon das zusätzliche Nutzen von OneNote um in der Uni Mitschriften zu machen und meine Kommilitonen werden vom Lüfter genervt.

Auch sehr spaßig ist das Schauen von Serien/Filmen mit Amazon Instant Video. Amazon setzt dafür auf Microsofts Silverlight, da möchte man meinen das sollte prima funktionieren, nur dem ist leider nicht so. Bereits 720p sorgen dafür, dass immer wieder Frames gedroppt werden und zwar so stark, dass man es sehr deutlich merkt und wieder zurück auf 480p schalten muss. Zum Glück bietet Amazon seit kurzem auch einen Flashplayer an, damit klappt es dann ohne Ruckeln.

Wie schon angesprochen, Entwickler müssen wenn HyperV installiert ist auf den Connected Standby verzichten, das ist verkraftbar, sorgt jedoch zusätzlich für ein extrem nerviges Verhalten.
Wenn ich das Surface nun Schlafen schicke und wieder auf aufwecke, ist jedes Mal die Internetverbindung nur noch “begrenzt” und nur durch manuelles Trennen und neu verbinden läuft es dann wieder.

Alles im allem ist der Kauf für mich eher eine Enttäuschung gewesen, ich denke bei dem Preis (ist ja nun wirklich nicht günstig) könnte man schon etwas mehr erwarten.

Der “Crap-App” Deal von Microsoft

Der ein oder andere hat sich vielleicht schon einmal über die Masse an sinnlosen Apps im Windows 8/Windows Phone Store gewundert, weshalb dies so zunimmt, versuche ich im Folgenden mal zu erläutern.
Microsoft hat bei Windows Phone und Windows 8 häufig mit der Kritik zu kämpfen, es gäbe zu wenig Apps im Vergleich zu Android und iOS was zahlentechnisch auch absolut korrekt ist.

Jedoch sind nahezu alle Top 100 Apps aus dem Apple App Store und Androids Playstore auch auf Windows Phone vertreten zum Beispiel. Solang die Presse jedoch anders berichtet sagt man sich bei Microsoft halt wir brauchen mehr Apps. Also kriegen die zuständigen Mitarbeiter ein paar Zahlen auf den Tisch geworfen à la “1.000 Apps diesen Monat” und die sollen sich drum kümmern. Wie das aussieht ist ganz simpel, da gibt es dann die berüchtigten Apps gegen Device Aktionen: Du entwickelst 10 Apps, wir geben dir ein Surface Pro (so gerade erst wieder geschehen).

Insbesondere für Hobby Entwickler ein netter Anreiz. Na prima dann sind ja jetzt alle zufrieden!

…Nicht ganz, denn was jetzt die Entwickler machen ist logisch und kann man Ihnen auch wenig übel nehmen, die werfen einfach 10 “Crap-Apps” in den Store und freuen sich über das Surface. Jetzt hat der Kunde vielleicht einen Kaufgrund mehr, wenn er aber erst einmal sein Phone/Win8 Device hat, wird er über die Qualität der Apps klagen und dann doch wieder wechseln auf ein anderes Betriebssystem. Das ist zu kurzfristig gedacht.

Ich finde so etwas echt schade, man fördert ausschließlich Quantität und die Qualität kommt viel zu kurz. Würde man zumindest beides fördern wäre es doch mal ein Deal, denn mir kann niemand erzählen, dass eine Crap-App, die mir die Uhrzeit zeigt oder RSS Reader zu jeglichem Blödsinn das Betriebssystem attraktiver machen als richtig coole Apps, die auf Windows Betriebssystemen zuerst vorhanden sind.

rssreader

Und wären es wenigstens 10 wirklich verschiedene Apps die dann eingereicht werden, wäre es ja halb so wild, aber die Meisten erstellen dann eine App und die anderen 9 Apps sind dann gleich, nur mit anderem Inhalt. Beispielsweise 10 RSS Reader, da muss dann nur der Link zum RSS Feed getauscht werden oder Wetter für Stadt XY, Rezept für Gericht XY, das Ganze lässt sich auf allen Mist übertragen. Man reißt also den Inhalt den man sonst vielleicht auch in eine gute App hätte stecken können auseinander in einzelne Apps.

Ich finde es ehrlich gesagt leicht beschämend immer wieder von solch Aktionen zu hören und nehme daran auch gar nicht erst teil. Ist ja schön das Microsoft viel für Entwickler tut, aber solang man es am falschen Ende macht frage ich mich langsam weshalb man noch Quality Apps entwickeln sollte.

Petitionsübergabe – Telekom: Netzneutralität braucht doch keiner!

Pünktlich zur Einführung der neuen Tarife der Telekom am 2. Mai fand auch die Petitionsübergabe statt! Mehr als 150.000 Unterstützer hatten zu diesem Zeitpunkt unterzeichnet (Bildmaterialien zeigen ca. 130.000, entspricht Zeitpunkt des Drucks).

IMG_7481
Zunächst gab es ein paar Interviews für den WDR (Tagesschau, Aktuelle Stunde) sowie RTL.

Das Gespräch

Ich wurde von Telekom Deutschlandchef Niek Jan van Damme, Marketingchef Michael Hagspihl und Pressesprecher Philipp Blank empfangen um das Gespräch ein wenig in die richtige Richtung zu leiten und als kleine Unterstützung für mich war auch noch Sergius von change.org (Petitionsseite) dabei und wir nahmen in einem Konferenzraum platz. Es war also ein 3 gegen 1,5 ;). Zunächst versuchte ich zu erklären, dass es kein Protest gegen eine Preiserhöhung sei, sondern dass wir uns gegen den Einschnitt in die Netzneutralität wehren wollen. Ziemlich direkt kam dann der bekannte Standardsatz von Philipp Blank “Das hängt davon ab wie man Netzneutralität definiert.” woraufhin ich erklärte “Für mich ist Netzneutralität die grundsätzliche Gleichbehandlung aller Pakete im Netz.”, schnell wurde also klar, die Telekom versucht sich was diesen Punkt angeht einfach um das Wort “Netzneutralität” zu drücken.

Im weiteren Verlauf des Gesprächs ging man noch weiter und stellte infrage, ob Netzneutralität überhaupt von Nöten ist, schließlich könnte eine Mail ja auch ein paar Sekunden später ankommen und eine Videokonferenz sollte priorisiert werden. Daher plane man in Zukunft auch im Festnetz ähnlich wie bereits im Mobilfunk Zubuchoptionen anzubieten, sodass man beispielsweise Dienste wie Spotify für einen gewissen Betrag bucht und dann ohne Drosselung nutzen kann. Man hält dies für den richtigen Weg, schließlich wäre die Nachfrage von Kunden nach solchen Angeboten groß.

Ich versuchte während des Gesprächs mehrfach auf den Punkt Netzneutralität zurückzukommen, jedoch merkte ich schnell, dass seitens der Telekom nicht wirklich Interesse an dieser besteht. Viel mehr kam dann wieder die Begründung, wenn sie nicht drosseln sollen, müssten sie die Preise grundsätzlich für alle erhöhen und dies sei aufgrund des Wettbewerbs nicht machbar.

Auch ging ich natürlich auf die bisher laut Telekom betroffenen 3% ein und erklärte bei stetig wachsendem Datenkonsum sind bis 2016 etwa 10% betroffen so gesehen rede man sich die Sache etwas schön. Woraufhin es seitens der Telekom hieß, man werde die Frei-Volumina mit dem Laufe der Zeit erhöhen. Auf meinen Hinweis, dass dies dem Kunden niemand garantiere bei Vertragsabschluss durfte ich mir ein Lachen vom Marketingchef anhören, man stünde ja im Wettbewerb, da könnte man es sich gar nicht leisten diese nicht zu erhöhen.

Bezüglich des Begriffs Flatrate kam nicht mehr als die Antwort, dass man bereits im Mobilfunkbereich mit dem Begriff vorsichtig wäre, da wären andere ja viel schlimmer. Frei nach dem Motto: “Wenn der das macht, dann darf ich das auch.” …fühlte mich fast in den Kindergarten zurückversetzt.

Immerhin nahm man sich 45 Minuten Zeit für das Gespräch und versprach noch einmal sich einige Gedanken dazu zu machen, insbesondere was die Kommunikation angeht. Des Weiteren möchte man mit mir im Gespräch bleiben.

Für mich hat es nur noch einmal gezeigt es geht hier um Geld und der Rest spielt eigentlich überhaupt gar keine Rolle.

IMG_7534
Nach dem Gespräch ging es noch zur richtigen Übergabe für die Presse. (von links: van Damme, Ich, Hagspihl)

Im Folgenden noch einige Fotos von der Übergabe:

IMG_7540

IMG_7548

IMG_7555

IMG_7556

ProxTube: Ich bin dann mal raus bzw. 3…2…1… nicht mehr meins!

ProxTube, die Browser-Erweiterung zum Entsperren von YouTube Videos, welche ich vor etwa 2 Jahren entwickelte hat mittlerweile fast 6 Millionen Downloads! Ein Fakt auf den ich sicherlich auch zurecht stolz sein kann. Trotzdem bringt so ein “Großprojekt” auch ziemlich viel Arbeit mit sich, nun heiße ich zwar nicht Wowereit und die Software ist kein Groß-Flughafen, aber das regelt sich eben nicht von selbst und als Schüler fehlt die benötigte Zeit häufig. Zudem stecke ich gerade voll und ganz im Abitur, was mir auch nicht gerade viel Freizeit offen lässt. Daher und auch weil eine Serverkosten-Explosion drohte entschied ich mich vorausschauend vor genau 6 Monaten für den Verkauf von ProxTube.

proxtube_mit_schrift

Viele haben es wohl mitbekommen als ProxTube die Shopping-Bar “foxydeal” mitlieferte, dass ich nicht mehr der Betreiber bin, denn ich finanzierte das Projekt immer ausschließlich über Spenden und ließ es werbefrei.
Wer sich nun fragt weshalb nun nach 6 Monaten der Artikel, auch dafür gibt es eine Erklärung, ab dem heutigen Tage habe ich nun überhaupt nichts mehr mit ProxTube am Hut. Denn mit dem Verkauf wurden auch 3 Monate Support und 6 Monate Weiterentwicklung vereinbart. Da ich nun also auch nicht mehr an ProxTube entwickle werde ich mich dementsprechend vollkommen aus ProxTube zurückziehen und möchte daher auch jeden bitten technische Fragen grundsätzlich über die Website oder den offiziellen Facebook/Twitter Account abzuwickeln.

…Nun ist der 1. April vielleicht nicht unbedingte der beste Tag um ernst gemeinte Informationen zu verbreiten, aber es handelt sich nicht um einen April Scherz. Versprochen!

 

Amazon: Päckchen abgefertigt von modernen Slaven

Ein Blick auf die Facebookseite von Amazon Deutschland verrät mir da läuft gerade ein Shitstorm und zwar einer der ein weitreichendes Ausmaß zu haben scheint. Im Sekundentakt trudeln Posts ein, hier mal zwei Beispiele:
1

2

Auslöser des Ganzen: Ein Beitrag in der ARD, um 22:45 Uhr. Im Beitrag wird gezeigt wie Amazon mit den eigenen Mitarbeitern umgeht, dass teilweise 90% der Beschäftigten in einem Logistikzentrum Leiharbeiter sind, die unter wirklich menschenunwürdigen Bedingungen in Unterkünfte eingepfercht wohnen. Hinzu kommt dass die Mitarbeiter permanent von einem Sicherheitsdienst überwacht werden, selbst bei den Wohnstätten. Auch kommen viele Mitarbeiter aus dem (EU-)Ausland und erhoffen sich durch den Job bei Amazon ein regelmäßiges Einkommen. Teilweise werden so sogar Arbeitskräfte unter dem Vorwand einen Job bei Amazon zu bekommen nach Deutschland gelockt um dann dort zu erfahren, dass sie nur von einer Zeitarbeitsfirma übernommen werden zu viel niedrigeren Löhnen. So haben die Arbeitskräfte kaum eine Wahl.
Die ARD reißt jedoch noch ein weiteres Fass auf: Die Security Firma scheint bei dem von der ARD begutachteten Logistikzentrum rechtsradikal “angehaucht” zu sein, das ist jetzt noch nett ausgedrückt, aber der Name der Firma lautet H.E.S.S. In Kombination mit Thor Steinar Jacken die einige der Mitarbeiter der Security Firma offenbar tragen lässt dies nicht viel Spielraum, ohne Frage, der Name scheint eine Anspielung auf Rudolf Hess.

Klar ist der Blick auf die Arbeitsumstände, eine ziemlich heftige Sache, aber eigentlich ist es absolut nichts Neues! Leider wurde in der Doku ausschließlich Amazon erwähnt, aber dieser Trend zieht sich offenbar durch die gesamte Branche, dass zeigte schon die Doku über zalando letztes Jahr im August, im ZDF (mir kam es fast wie eine Fortsetzung der damaligen Doku vor) und genau deshalb ist es irgendwie amüsant mit anzusehen, wie nun viele (zumindest angeben) Amazon den Rücken zuzuwenden. Denn selbst wenn ich es mache und stattdessen meine Sachen bei einem anderen Online Händler bestelle, da wird es vermutlich genauso zugehen und es ist keinem geholfen.

Fehlt nur noch ein Pro-Tipp an die ARD: Wenn ein Informant unerkannt bleiben möchte, dann verpixelt gefälligst auch seine Mailadresse und den Absendernamen, sonst laufen euch die Informaten bald davon. Sowas geht einfach garnicht!

[Nachtrag]
Der Beitrag ist noch nicht online, bei Brisant wurde allerdings bereits heute Mittag ein Ausschnitt gezeigt:

[Nachtrag2]
Mittlerweile ist auch die komplette Doku online!

Bahn Tarifdschungel vom Feinsten

Ich wollte heute mit einem Freund nach Köln zur “einstieg” Messe also haben wir uns in Düsseldorf in den Regionalexpress gesetzt. Das Problematische an der Strecke ist für Gelegenheitsfahrer nur, dass sie sich über zwei Tarifgebiete erstreckt. Für mich eigentlich halb so wild, da ich die Strecke momentan etwa zwei Mal im Monat hin und zurück fahre.

Also hatten wir uns zur Monatskarte des VRR (Tarifgebiet in dem Düsseldorf liegt) ein VRS (Tarifgebiet in dem Köln liegt) Ticket Preisstufe 3 geholt. Preisstufe 3 ist ab Langenfeld gerechnet, was zwischen den beiden Städten liegt und die Grenze zwischen den Verbünden darstellt. Nur hält dort der Regionalexpress eben nicht und selbst wenn, aussteigen, abstempeln, einsteigen wäre etwas umständlich, deshalb gibt es eben auch die Möglichkeit das Ticket bereits in Düsseldorf abzustempeln, soweit meine Information.

Nach 15 min ließ sich dann jedoch heute auch ein Kontrolleur blicken und kam mit der tollen Information, die gewählte Ticketkombination sei nicht gültig für die Strecke. Schließlich würde das VRS Ticket ab Düsseldorf gelten, wenn ich es dort abstemple, was allerdings wenig Sinn ergibt, da Düsseldorf eben nicht im VRS liegt. Theoretisch gesehen müsste ich also immer in Langenfeld die Notbremese des RE ziehen (er hält ja sonst nicht dort), schnell zum Abstempler, wieder in den Zug und hoffen, dass er weiterfährt. Spaß beiseite: Ich finde das Ganze ziemlich amüsant, bedeutet nämlich auch im Umkehrschluss, dass ich für die Strecke Köln-Düsseldorf also den Rückweg mit der Ticketkombination hinkomme, da ich das VRS Ticket ja direkt abstemple und die Monatskarte automatisch ohne Stempeln gültig ist.

Bedeutet: eine Strecke, zwei Fahrtrichtungen, zwei verschiedene Tickets!

Der Kontrolleur war immerhin so nett und hat es bei der Ermahnung belassen, jedoch fühle ich mich ziemlich verkackeiert von der Deutschen Bahn (bitte entschuldigt die Ausdrucksweise), schließlich fahre ich die Strecke relativ häufig, wurde auch mehrfach kontrolliert und es wurde nie etwas bemängelt.In Zukunft müsste ich also, soweit die Info des Kontrolleurs stimmt, für den Hinweg ein VRS AnschlussTicket lösen, welches ca. 1€ teurer ist als das VRS Ticket Preisstufe 3 und auf dem Rückweg könnte ich dann ein normales VRS Ticket nehmen.
Meiner Meinung nach ist so etwas völliger Humbug, gerade weil es die AnschlussTickets auch nicht als 4er Ticket gibt sondern nur einzeln oder als Hin-/Rückfahrt Ticket.

Bleibt mir wohl doch nur eine sinnvolle Lösung: endlich den Führerschein weitermachen!

[UPDATE]
Die Bahn auf Twitter weiß zum Glück manchmal mehr als die eigenen Kontrolleure:

Hola – Ein neuer Unblocker, jedoch mit gravierender Sicherheitslücke

Ich entdeckte heute bei t3n einen Artikel über eine neue Software/Browsererweiterung namens Hola die versprach hulu.com, netflix.com, pandora.com und ähnliche Seiten auch in anderen Ländern verfügbar zu machen, da die meisten dieser Dienste aus rechtlichen Gründen in Deutschland natürlich nicht verfügbar sind! Ich habe mir testweise mal die Firefox Erweiterung runtergeladen, klappte auch prima, sogar HD Videos liefen ohne Ruckler. Der Hintergrund: Die Erweiterung verspricht nur eine erste Anfrage über eigene Proxy Server zu senden, der Rest würde über die eigene Leitung abgewickelt.

Als Entwickler interessiere ich mich natürlich in erster Linie für die Umsetzung, schließlich weiß ich durch die Entwicklung von ProxTube wie es in etwa abläuft. Als erstes also ein Blick in die Proxy Einstellungen, dieser verriet mir, es wird zunächst eine .pac-Datei also eine automatische Proxy Konfiguration gesetzt, welche über http://client.hola.org/proxy.pac?browser=firefox&ver=1.0.113 bezogen wird. Die PAC Datei beinhaltet quasi die Regeln, wann der Proxy greift und vorallem auch welcher!

Nachdem ich nun IP und Port des Proxys kannte müsste man ja theoretisch gesehen über diesen Inhalte beziehen können und zwar nicht nur Inhalte wie über die eigentliche Erweiterung möglich sondern jegliche, auch illegale Inhalte ließen sich über den Proxy beziehen. Wäre natürlich etwas zu einfach, also setzt man eine Authentifizierung mit Passwort ein. Wer jetzt logisch folgert weiß natürlich direkt, dass das Passwort nicht einfach angefolgen kommt, also muss es irgendwo in der Erweiterung selbst zu finden sein! Ein Blick in eine der JavaScript Dateien genügte bereits, es sah sehr nach den richtigen Zeilen aus:

1

“Proxy-Authorization”, “Basic XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX”,

Der erste Teil verrät, dass es sich um die Authentifizierung handelt, der zweite Teil, dass die Authentifizierung dem Basic Standard entspricht und der dritte Teil beinhaltet die Login Daten.Nun wird sich der ein oder andere Fragen, wo denn dort Username und Passwort stehen, da es sich um einen einfachen String handelt ohne jegliche Trennung, aber auch dies ist schnell erklärt: Der Basic Standard erlaubt zwei Schreibweisen einmal “Username:Passwort” und “Base64Hash”. Die Login Daten waren also nur noch einmal Base64 kodiert, es ist dementsprechend ein Kinderspiel es zu dekodieren, einige Zeilen JavaScript genügen oder wer es noch einfacher möchte, der nimmt einfach eine Website zur Hand und hat die Zugangsdaten.
2

Hier ist das Schema wieder “Username:Passwort”, dementsprechend ist “proxy” der Username und der Teil dahinter das Passwort.

Das Problematische ist, dass sich nun jegliche Inhalte über den Proxy Server herunterladen lassen, was ich durchaus als Sicherheitslücke sehen würde, zudem wird der Server wahrscheinlich bald nicht mehr die Last tragen können, wenn nämlich IP, Port und Zugangsdaten bekannt sind und im Internet kursieren ist das Ausmaß kaum noch zu kontrollieren!

Mein Appell an Hola bzw. den Betreiber: Erstellt auch serverseitig eine Whitelist mit Domains, sodass sich auch wirklich nur diese über den Proxy laden lassen!